Biogas-Update Deutschland: Winter-Gasmangel und der Kampf um die Anschlussförderung
Datum: 6. Februar 2026
Während der kalte Februar die Gasspeicher in Deutschland schneller leert als erwartet, rückt die heimische Biogasproduktion als „Sicherheitsanker“ massiv in den Fokus der öffentlichen Debatte. Zwischen technischem Potenzial und politischer Unsicherheit für die Zeit nach 2026 steht die Branche an einem Wendepunkt.
Aktuelle Lage: Biogas als „Vorratskammer“ im Winterstress
Der Fachverband Biogas e.V. hat diese Woche angesichts sinkender Füllstände der Erdgasspeicher und anhaltend tiefer Temperaturen eine klare Botschaft an die Bundesregierung gesendet:
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Resilienz durch Heimvorteil: In der aktuellen Hochlastphase zeigt sich der Wert der rund 10.000 Biogasanlagen. Während Importabhängigkeiten bei Erdgas Risiken bergen, liefern Biogasanlagen kontinuierlich und dezentral Strom und Wärme.
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Potenzial-Check: Neue Studien des Fachverbands unterstreichen, dass allein aus Rest- und Abfallstoffen langfristig bis zu 150 TWh Biogas bereitgestellt werden könnten. In Kombination mit grünem Wasserstoff wären sogar 240 TWh synthetisches Methan möglich – ein Vielfaches der aktuellen Einspeisemenge.
Das „Biomassepaket“: Licht und Schatten für 2026
Das im Vorjahr verabschiedete Biomassepaket bestimmt nun den Alltag der Anlagenbetreiber. Die Umsetzung zeigt erste handfeste Auswirkungen:
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Ausschreibungsmengen: Für das laufende Jahr 2026 sind 1.126 Megawatt zur Ausschreibung vorgesehen. Dies ist ein entscheidender Puffer, um Anlagen, die aus der 20-jährigen EEG-Förderung fallen, eine Perspektive zu bieten.
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Flexibilitätszuschlag: Der Flexzuschlag für Bestandsanlagen bleibt ein zentrales Instrument. Er wurde auf 100 Euro pro kW installierter Leistung (für 12 Jahre) festgesetzt. Anlagen, die bereits eine Flexprämie erhalten haben, bekommen für diese Leistungsteile 50 Euro.
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Problemzone 2027: Die Branche blickt mit Sorge auf das kommende Jahr. Nach aktuellem Stand sinken die Ausschreibungsvolumina ab 2027 drastisch (auf nur noch 326 MW), was insbesondere Wärmenetze im ländlichen Raum gefährden könnte, die auf die Abwärme der Anlagen angewiesen sind.
Markttrend: Bio-LNG in der Logistik unaufhaltsam
Trotz regulatorischer Unsicherheiten boomt der Markt für Bio-LNG (verflüssigtes Biomethan) im deutschen Fernverkehr:
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Hohe Quoten: An LNG-Tankstellen in Deutschland wird mittlerweile fast flächendeckend Bio-LNG angeboten. Durch die Zertifizierung nach RED III und die Anrechnung auf die Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote) bleibt der Kraftstoff für Logistiker wirtschaftlich attraktiv.
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Anlagenbau: Marktführer wie Envitec Biogas melden zum Jahresstart 2026 einen starken Fokus auf internationale Märkte, mahnen aber eine EU-konforme, verlässliche Gesetzgebung in Deutschland an, um den hiesigen Netzausbau für grüne Gase nicht auszubremsen.
Wichtige Termine für deutsche Betreiber (Februar 2026)
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10.–12. Februar: E-world energy & water in Essen – die Leitmesse diskutiert die Integration von Biogas in die kommunale Wärmeplanung.
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19. Februar: 17. Steinfurter Bioenergiefachtagung – Fokus auf Gärrestaufbereitung und Wirtschaftlichkeit.
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24. Februar: 20. Oberfränkisches Biogas Fortbildungsseminar im Kloster Banz.