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Biogas-Update Deutschland: Weichenstellung im April 2026

(Stand: 17. April 2026)

Der April 2026 markiert einen entscheidenden Moment für die deutsche Biogaslandschaft. Während die Bundesnetzagentur die Gebote für die erste große Ausschreibungsrunde des Jahres prüft, wächst der politische Druck, Biogas endlich als gleichwertige Säule neben Wind und Solar in der Kraftwerksstrategie zu verankern.


1. EEG-Ausschreibungen: Rekord-Höchstwerte gegen den Stillstand

Am 1. April 2026 endete die erste wichtige Gebotsfrist für Biomasse und Biomethan. Um die Attraktivität der Ausschreibungen zu steigern und dem “Anlagensterben” entgegenzuwirken, hat die Bundesnetzagentur reagiert:

  • Biomethan-Höchstwert: Der Höchstwert für Biomethananlagen wurde um die gesetzlich maximal zulässigen 10 % auf 23,13 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Damit reagiert die Behörde auf die zuvor mangelnde Beteiligung.

  • Biomasse-Volumen: Für klassische Biogasanlagen standen rund 563 Megawatt (Hälfte des Jahresvolumens von 1.126 MW) zur Verfügung.

  • Drohende Unterzeichnung: Trotz der besseren Konditionen warnen Branchenexperten vor einer erneuten Unterzeichnung bei Biomethan, weshalb die Bundesnetzagentur das Volumen für diesen Termin bereits im Vorfeld vorsorglich auf ca. 61 Megawatt reduziert hatte. Das zeigt: Der Neubau-Markt ist trotz hoher Preise nervös.

2. Biomassepaket 2026: Fokus auf die “Betriebsviertelstunde”

Das aktuelle Biomassepaket ist nun voll in der operativen Umsetzung. Für Betreiber stehen im April zwei Themen im Fokus:

  • Verschärfte Flex-Anforderungen: Anlagen müssen nun nachweisen, dass sie ihre Leistung innerhalb einer Viertelstunde anpassen können, um die volle Förderung zu erhalten. Dies macht Biogas zum idealen Partner für schwankende Windenergie.

  • Der “Maisdeckel”: Die schrittweise Absenkung des Anteils von Mais in der Gärsubstrat-Mischung auf 30 % (für Neuanlagen) fordert die Landwirte heraus, verstärkt auf Gülle, Mist und Zwischenfrüchte zu setzen.

3. Markttrend: Bio-LNG bricht Rekorde im Transport

Ein echter Erfolgskurs zeigt sich im Verkehrssektor. Aktuelle Zahlen aus dem ersten Quartal 2026 belegen:

  • Fast 100 % Quote: An den mittlerweile fast 200 LNG-Tankstellen in Deutschland entfallen über 98,5 % des verkauften Kraftstoffs auf Biomethan (Bio-LNG).

  • Klimaschutz-Champion: Bio-LNG ist damit der einzige erneuerbare Kraftstoff, der im schweren Straßengüterverkehr bereits heute flächendeckend eine THG-Minderung von über 80 % gegenüber Diesel realisiert.

  • Maut-Debatte: Branchenverbände fordern nun massiv, die CO2-Mautbefreiung für Lkw, die nachweislich mit 100 % Bio-LNG fahren, über 2026 hinaus zu verlängern.


 

Kurznotiert: Biogas in der Kraftwerksstrategie

Der Fachverband Biogas hat im April erneut betont, dass die rund 9.600 Bestandsanlagen in Deutschland technisch in der Lage wären, genau die gesicherte Leistung bereitzustellen, die die Bundesregierung mühsam durch neue wasserstofffähige Gaskraftwerke aufbauen will. Die Branche fordert hier eine stärkere Einbindung in die nationale Kraftwerksstrategie (KWS).